Ziel(e)
Inhaftierten Frauen Chancen, Möglichkeiten und vor allem eine persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen.
Zielgruppe(n)
Inhaftierte Frauen
Inhalt
In Österreich sind rund 7 % der Inhaftierten weiblich. In Linz sind derzeit etwa 20 Frauen in Haft, die im Gegensatz zu männlichen Inhaftierten weniger Chancen haben, um sich auf das Leben nach dem Gefängnis vorzubereiten. Sie haben keine Möglichkeit, durch Freigang praktische Arbeitserfahrungen zu machen und es gibt keine Werkstätten, in denen sie Kompetenzen für ein späteres Berufsleben üben können. Die Möglichkeiten an ihrem Selbstwertgefühl, ihren Perspektiven und einer beruflichen Planung zu arbeiten, sind sehr gering. Diese Themen obliegen den Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen und der Ausbildungsstelle in der JA, die allerdings aufgrund von Ressourcenmangel geringe Handlungsspielräume haben.
Die Leitung der Ausbildungsstelle, Frau Roth, hält zudem fest: „Frauen, die Haftstrafen verbüßen, stammen oft aus benachteiligten Verhältnissen; viele unserer inhaftierten Frauen haben vor der Haft Erfahrungen mit körperlicher Misshandlung oder sexuellem Missbrauch, Alkohol- und Drogenabhängigkeit und einer unzureichenden Gesundheitsversorgung gemacht. Frauen leiden zum Zeitpunkt ihrer Inhaftierung häufiger als Männer an psychischen Störungen, die oft durch häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch bedingt sind“.
Bei Frauen in Haft haben wir es mit besonderen, geschlechtsspezifischen Problemen und Bedürfnissen zu tun, auf die wegen des (räumlichen und personellen) Ressourcenmangels in der Justizanstalt Linz nicht ausreichend eingegangen werden kann. In diesem Wissen unterstützt die Justizanstalt Linz dieses Projekt, um den inhaftierten Frauen Chancen, Möglichkeiten und vor allem eine persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Das Projekt beinhaltet wöchentliche Workshops, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und Inhalte vermitteln, um den Frauen eine Möglichkeit für eine individuelle Entwicklung zu bieten.
Der Rahmen des Projekts spannt sich über:
• Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte durch kreativen Ausdruck/Schreiben
• therapeutisches Gruppensetting
• handwerklichen Zugang zu eigenen Potentialen
• Stärkung des persönlichen Auftrittes durch Stimm- und Sprachtraining
• Stärkung des Selbstbewusstseins durch Erproben der eigenen Stimme und Körperhaltung
• Mut zu einer neuen Perspektivplanung durch persönliches Coaching
Projektinformationen
- Organisation
- Amt der Oö. Landesregierung • Direktion Kultur und Gesellschaft • Abteilung Gesellschaft
- Projektstart
- 2024
- Projektende
- 2024
- Handlungsfeld(er)
- Beruf und finanzielle Absicherung ● Wertschätzung und Frauensolidarität
- Das Projekt leistet einen Beitrag zu folgenden Indikatoren / Wirkungen aus der Frauenstrategie:
- Verringerung des Einkommens- und Pensionsunterschiedes (Gender Pay-Gap/Pensions Gap) von Frauen und Männern zB durch Unterstützung zur eigenständigen Existenzsicherung von Frauen ● Erhöhung des durchschnittlichen Einkommens von Alleinerzieherinnen und Alleinerziehern ● Verringerung der Anzahl der Frauen, die privat und im öffentlichen Raum von Gewalt betroffen sind und/oder Sensibilisierung zum Abbau von geschlechterspezifischer Gewalt ● Verringerung der Arbeitslosenquote von Frauen 50plus
- Projektauswirkung(en)
- extern
- Projektdurchführung
- extern (Institut zur Karriereentwicklung von Frauen)
- Kontakt
Institut zur Karriereentwicklung von Frauen Frau Mag.a Hummer; E-Mail: hu.an@gmx.at, Telefon: 0699-12101469